Drohnenvorfälle an Industrieanlagen und kritischen Einrichtungen haben zuletzt spürbar zugenommen — eine bayerische Fachveranstaltung im Sommer 2026 hat das Thema erneut auf die Tagesordnung gebracht. Schon 2025 hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in einem Arbeitspapier beschrieben, wie ernst die Lage ist. Die zentrale Erkenntnis für Betreiber: Eine Drohne trägt ihre Nutzlast direkt über den Zaun — und hebelt damit genau die Schutzmaßnahmen aus, auf die sich viele Sicherheitskonzepte verlassen.
Die Bedrohung beginnt in der Luft
Das BSI beschreibt ein breites Spektrum an Szenarien: Spionage und Überwachung mit optischen oder Wärmebildkameras, Angriffe auf Funkkommunikation und IT-Systeme, bis hin zur Drohne als Transportmittel für gefährliche Nutzlasten. Betroffen sind Rechenzentren, Stromversorgung, Personal und ganze Betriebsgelände. Laut EASA könnten bis 2030 rund sieben Millionen zivile Drohnen in Europa im Einsatz sein — das Risiko wächst also mit der Verbreitung.
Warum der Perimeter allein nicht mehr trägt
Der entscheidende Punkt: Klassische Schutzmaßnahmen wie Zäune, Abschirmungen oder eine reine Außenhautüberwachung verlieren an Wirkung, wenn die Bedrohung von oben kommt. Der äußere Schutz bleibt wichtig, doch die inneren Ebenen gewinnen an Gewicht. Wer regelt, wer sich nach einem Eindringen tatsächlich wo im Gebäude bewegen darf, entscheidet darüber, wie weit ein Angriff überhaupt kommt.
Physische Sicherheit und IT gehören an einen Tisch
Das BSI betont einen Punkt, der in der Praxis oft untergeht: Das Thema lässt sich nur bewältigen, wenn Informationssicherheit und physische Sicherheit gemeinsam geplant werden. Eine Drohne verbindet beide Welten — sie ist ein physisches Objekt mit einer digitalen Angriffsfläche. Für Betreiber heißt das, Zutrittskonzepte, Gebäudesicherung und IT-Sicherheit als ein zusammenhängendes System zu denken. Dazu gehört auch die einfachste und oft wirksamste Maßnahme: geschultes Personal, das eine ungewöhnliche Drohne über dem Gelände erkennt und weiß, wen es informiert.
Die Drohnengefahr ist damit vor allem ein Anlass, die gesamte Sicherheitsarchitektur auf den Prüfstand zu stellen. Sind die inneren Zutrittsebenen sauber gestuft? Greifen Gebäudesicherung, Zutrittskontrolle und IT ineinander? Bei Konntec betrachten wir Objektsicherung immer als Gesamtsystem — herstellerunabhängig und darauf ausgelegt, dass Schutz auch dann greift, wenn eine äußere Schwachstelle überwunden wird. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Zutritts- und Objektsicherung mit Blick auf neue Bedrohungslagen einordnen möchten.
