„Wir wissen, dass wir Sicherheitstechnik brauchen – aber wie rechtfertigen wir das intern?“ Diese Frage hören wir regelmäßig. Die ehrliche Antwort: Mit dem richtigen Werkzeug lässt sich der Return on Security Investment (ROSI) ziemlich präzise berechnen. Und das Ergebnis überrascht meistens – positiv.
Was ROSI bedeutet und warum er sich vom ROI unterscheidet
Der klassische Return on Investment misst, was eine Investition direkt einbringt. Sicherheitstechnik bringt nichts direkt ein – sie verhindert Verluste. Genau das macht die Berechnung zunächst unintuitiv: Verhinderte Schäden erscheinen in keiner Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Der ROSI löst dieses Problem, indem er den Wert der Risikovermeidung quantifiziert:
ROSI = (Erwarteter Jahresschaden × Schutzwirkung der Maßnahme) − Investitionskosten
Ein positiver ROSI bedeutet: Die Maßnahme spart mehr, als sie kostet.
Ein konkretes Rechenbeispiel für einen Gewerbebetrieb
Angenommen, ein mittelständisches Lager mit Elektronikwaren wird statistisch alle fünf Jahre einmal eingebrochen. Der erwartete Schaden pro Vorfall – inklusive Warenverlust, Betriebsunterbrechung und Schadensdokumentation – liegt bei 40.000 Euro. Das ergibt einen erwarteten Jahresschaden (ALE: Annual Loss Expectancy) von 8.000 Euro.
Eine professionelle Einbruchmeldeanlage mit verifikationsgestützter Videoüberwachung und elektronischer Zutrittskontrolle reduziert das Einbruchsrisiko erfahrungsgemäß um 70 bis 80 Prozent. Nehmen wir 70 Prozent an:
| Position | Wert |
|---|---|
| Erwarteter Jahresschaden (ALE) | 8.000 € |
| Schutzwirkung der Maßnahme | 70 % |
| Verhinderte Schäden pro Jahr | 5.600 € |
| Jährliche Betriebskosten der Anlage | 1.800 € |
| ROSI (jährlich) | +3.800 € |
| Amortisation Erstinstallation (12.000 €) | ca. 3,2 Jahre |
Dabei sind die Einsparungen durch reduzierte Versicherungsprämien (häufig 15–30 Prozent bei nachgewiesener Sicherheitstechnik) noch nicht eingerechnet.
Welche Faktoren den ROSI beeinflussen
- Schadenspotenzial: Je wertvoller das Objekt oder die gelagerten Güter, desto höher der ALE – und damit der potenzielle ROSI.
- Eintrittswahrscheinlichkeit: Objekte in Hochrisikolagen oder Branchen mit erhöhtem Diebstahlrisiko (Logistik, Handel, Elektronik) haben einen höheren Ausgangswert.
- Systemintegration: Einzellösungen sind teurer im Betrieb und weniger wirksam als integrierte Systeme aus einer Hand. Ein aufeinander abgestimmtes Gesamtkonzept senkt die Betriebskosten und erhöht die Schutzwirkung gleichzeitig.
- Folgepflichten: NIS-2 und das KRITIS-Dachgesetz schreiben für betroffene Betreiber Sicherheitsmaßnahmen vor, die ohnehin investiert werden müssen – der ROSI-Gedanke hilft dabei, die wirtschaftlich sinnvollste Kombination zu wählen.
Was das für Ihre Planung bedeutet
Eine seriöse ROSI-Berechnung setzt eine ehrliche Risikoanalyse voraus – kein Hochglanzprospekt, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme. Wir machen das für Sie: Objektbegehung, Schwachstellenanalyse, konkrete Zahlenbasis. Am Ende wissen Sie, welche Maßnahmen sich für Ihr Objekt wirklich rechnen – und welche überdimensioniert wären.
Hinweis: Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
